ÖPNV in Ergenzingen

Themenbereich ÖPNV (Öffentlicher Personennahverkehr) Ergenzingen

Themenbereich ÖPNV (Öffentlicher Personennahverkehr) Ergenzingen 

Der ÖPNV in Ergenzingen teilt sich in zwei Bereiche, mit unterschiedlichen Zuständigkeiten, die zusammenspielen sollten, ja müssen. 

 

  • Die Deutsche Bahn auf der Gäubahn Stuttgart – Singen mit dem Bahnhof Ergenzingen im Verkehrsverbund NALDO und VVS


  • Der Busverkehr als Netz im Kreis Tübingen mit Anbindungen an die Angrenzenden Kreise FDS, BB und CW. Schwerpunkt westliches Kreisgebiet mit der Kernstadt Rottenburg als Schulstandort im Verkehrsverbund NALDO.

 

Zur Deutschen Bahn, Gäubahn, VVS und dem Bahnhof Ergenzingen 

Was wurde schon erreicht:
Der Bahnhof bzw. Bahnhalt Ergenzingen wurde in den letzten Jahren sowohl von Seiten der Stadt als auch von der DB ganz erheblich modernisiert. Das Gebäude selbst und die Umgebung mit Parkplätzen wurde sukzessive gerichtet und modernisiert, zuletzt mit der Terrasse des Bürger- und Vereinshauses und der modernen Radabstellanlage. Auch die DB hat investiert, die Bahnsteige modernisiert und zwei Aufzüge installiert, obwohl die Fahrgastzahlen nicht den Vorgaben entsprachen. Ergenzingen gehört zum Verkehrsverbund NALDO mit einem Gültigkeitsbereich über Tübingen bis nach Zwiefalten. Nach intensiven Bemühungen sind wir seit 2020 überlappend auch in den Verkehrsverbund Stuttgart (VVS) aufgenommen. 

Was hat sich verschlechtert: 
Auf den Punkt gebracht, es fahren und halten weniger durchgängige Züge in Ergenzingen, besonders Richtung Stuttgart. Mit dem Interimsfahrplan haben sich die Verbindungen auf der Gäubahn deutlich verschlechtert, zusätzlichen Umstiege sind notwendig und hinzu kommt noch, dass die Zuverlässigkeit der Bahn deutlich und nachweislich abgenommen hat.

Was sind die Perspektiven auf der Gäubahn:                                                                               Nach aktueller Lage wird die Bahnverbindung in Richtung Stuttgart durch das Jahrhundertprojekt „Stuttgart 21“ erstmal eher schlechter. Die Gäubahn wird nach aktuellen Informationen 2026 für mindestens sechs Jahre gekappt und endet in Stuttgart-Vaihingen. Die Weiterfahrt zum Hauptbahnhof soll mit der S-Bahn durch den Tunnel erfolgen, ohne die bisherige Ausweichstrecke „Panoramabahn“. Vom Land und der Bahn wurden aktuell nach der Kappung Verbesserung durch zusätzliche Züge und eine Verlängerung der S-Bahn bis nach Horb in Aussicht gestellt. 

Der Einfluss von Ergenzingen als Ortschaft ist hier sehr gering. Betroffen sind viele Städte von Stuttgart bis an den Bodensee, die sich in der Interessengemeinschaft Gäubahn zusammengeschlossen haben. Ergenzingen bzw. Rottenburg wird durch die Stadtverwaltung vertreten. Angekündigt ist eine Klage von Naturschutz- verbänden, mit einer geringe Hoffnung, dass die Kappung verhindert werden kann. 

Aktuell notwendige Maßnahmen für den Bahnhof/Bahnhalt Ergenzingen: 

Die Stadtverwaltung muss die Ortschaft in allen Gremien vertreten, die sich mit möglichen Verbesserungen auf der Gäubahn beschäftigen. Entsprechend dem Wunsch des Ortschaftsrates soll sie auch der neuen „IG Gäubahn FDS“ beitreten. Auf Antrag des Ortschaftsrates hat der Gemeinderat dem Beitritt zur Interessengemeinschaft Gäubahn Freudenstadt „IG Gäubahn FDS“ zugestimmt. 

Am Bahnhof muss dringend der Bushalt an nur einer - der richtigen Haltestelle - ermöglicht werden. Es ist zu klären, ob die Busse von hinten ins Bahnareal einfahren können oder von vorne über eine Wendeplatte die überdachte Haltestelle am Bahnhof anfahren. Für die Untersuchung der Busanfahrt sind Auf Antrag der Fraktion CDU/UB Planungsmittel im Haushalt 2024 eingestellt. Für das Jahr 2025 sind HH-Mittel für eine Planung des mittleren Bahnhofareals (Bereich der Schuppen) auch von der CDU/UB beantragt. Die Notwendigkeit ergibt sich durch die Verlängerung der S-Bahn bis Horb mit Halt in Ergenzingen und zusätzliche Züge nach der Kappung. Weitere Parkplätze sind für zu erwartende zusätzlichen Fahrgästen aus der Region anzulegen. 

Das Ziel ist die optimale Vernetzung und Taktung von Bahn und Bus, die Möglichkeit am Bahnhof den Pkw zu parken und das Fahrrad ordentlich abzustellen und bei Bedarf den Akku aufzuladen. Ladestationen für E-Autos an Bahnhöfen sind umstritten, da die Bahnfahrer die Ladestation meist den ganzen Tag blockieren. 


Zum Busverkehr und Verkehrsbund

Aktueller Stand:
Der westliche Teil des Kreises (Oberes Gäu) hat seit gut einem Jahr eine gute Busverbindung in Richtung Rottenburg. Tagsüber mit einem Halbstundentakt und einem günstigen Tagesticket in der Kernstadt. Die Busverbindung ist auf die Züge nach Tübingen abgestimmt.   

Bei der Schülerbeförderung sind die Busse wie seit 20 Jahren zu voll, immer wieder werden Schüler einfach nicht mitgenommen, meist sind es die Jüngsten. Die Situation muss immer wieder mit der Stadt, dem LRA und dem Busunternehmen evaluiert und verbessert werden. 

Trotz des guten Busangebotes gibt es außerhalb der Schulzeiten zu wenige Fahrgäste. Hier kann mit Werbe- und Infoaktionen das Angebot noch mehr an die Einwohnerschaft gebracht werden.    

 

Mögliche und notwendige Verbesserungen:

Von Anwohnern kritisiert werden die vielen und großen Busse, die im Halbstundentakt über die Königsberger Straße und Gäustraße leer oder mit einzelnen Fahrgästen durch den „halben Ort“ fahren, teilweise deutlich zu schnell. Diese Situation muss auf den Prüfstand, zumindest sollte versucht werden diese Verkehrsbelastung zu reduzieren. 

 

Zu prüfen ist auch, wie das Pflegeheim und das Baugebiet Öchsner mit vielen Bewohnern, möglichst gut an den ÖPNV angebunden werden können. Soll die Buslinie noch näher ans Gebiet geführt werden oder ist die Grundschule, die nächste tauglich Haltestelle. Im Pfauenweg ist ein Bushalt denkbar, der Platz für eine Haltestelle ist vorhanden. 

 

Dringend erforderlich ist eine bessere, direkte Busanbindung der Gewerbegebiete an den Bahnhof Ergenzingen, nicht Bondorf. Wir benötigen die Fahrgastzahlen hier.       Es ist der Wunsch, dass sich die großen Firmen für ihre Mitarbeiter mit einbringen und sich ggf. auch an der Finanzierung beteiligen. Eine Idee wäre, ob der Bürgerbus mit Unterstützung und Finanzierung der Firmen zu den Schichtzeiten als „Schuttle“ von und zum Bahnhof eingesetzt werden kann. Die Bedarfe sind mit den Firmen zu erheben. 

Da die Haltestelle „Schlachthäusle“ in der Stehelinstraße beidseitig nicht oder nur schwierig behindertengerecht mit Kassler Borde ausgebaut werden kann, wird vom Landratsamt geprüft, ob die Bushaltestelle möglicherweise verlegt werden könnte. Eine Idee wäre, sie auf Höhe des Rathausgartens zu platzieren. Ein Problem dieser Haltestelle ist, dass sehr viele Schüler einsteigen. Auf der Fahrbahn stehende Busse würden den Fahrzeugverkehr sehr lange blockieren. 

 

Noch eine Aufgabe besteht darin, für die Liebfrauenhöhe (LH) eine taugliche und überdachte Bushaltestelle einzurichten. Dazu laufen aktuell Prüfungsmaßnahmen durch das Landratsamt. Ideal wäre die Haltestelle direkt oben auf der LH, davon würden nicht nur die Besucher profitieren, sondern auch die zukünftig zwei städtische Kindergärten für Ergenzingen. 

Die Entscheidung ist zwischenzeitliche gefallen, die neue Bushaltestelle kommt an den südlichen Zugang zur Liebfrauenhöhe, auch als gemeinsame und zweite Haltestelle für Eckenweiler. Für die beiden städtischen Kindergärten auf der LH ist diese Lösung allerdings kein Vorteil. Eine Anbindung der Buslinie auch an den Bahnhof ist selbstverständlich und zwingend.  

 

Ein öfters geäußerter Wunsch ist eine bessere Busanbindung nach Nagold. Die gab es früher mal, aktuell kommt man nur über Herrenberg oder Eutingen Hochdorf mit der Bahn nach Nagold. Hier müssen wir Kreisgrenzen am westlichen Rand des Kreises Tübingen überschreiten. Da bleibt die Umsetzung schwierig. Der Bedarf muss erkennbar und das Interesse muss auf allen Seiten vorhanden sein. Die Unterstützung von Baisingen kann angenommen werden. 

Die größte Wirkung für Verbesserungen, haben hohe Fahrgastzahlen!